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Wandering Adventure Party

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  3. Alle schlafen in derselben Dunkelheit.

Alle schlafen in derselben Dunkelheit.

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zeitgeistteilzeit
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  • MomoM Momo

    @C_Ottenburg
    Hmm, man könnte also im Prinzip sagen, der sogenannte "Tickle down-Effekt" (also das Geld der Reichen rieselt über Sekundäreffekte langsam runter und die unteren Einkommensschichten profitieren davon) ist in Wahrheit eher ein "Tickle up-Effekt"...
    @AwetTesfaiesus

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    Awet Tesfaiesus, MdB
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    #25

    @momo @C_Ottenburg jedenfalls in der Asset-Economy

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    • Jürgen HubertJ Jürgen Hubert

      @PMadlener @AwetTesfaiesus

      Irgendwann muss ich mal ein Buch über deutsche Sagen schreiben, in denen Adelige eine prominente Rolle spielen.

      Unsere Vorfahren hatten oft einen durchaus klaren Blick darauf, wie erbliche Privilegien den Charakter verderben können. Was in der heutigen Zeit (siehe auch: "Disney-Prinzessinnen") häufiger vergessen oder bewusst verschwiegen wird.

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      Awet Tesfaiesus, MdB
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      #26

      @juergen_hubert @PMadlener Kohlhaas reloaded?

      Jürgen HubertJ Peter Madlener🚲P 2 Replies Last reply
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      • Awet Tesfaiesus, MdBA Awet Tesfaiesus, MdB

        @juergen_hubert @PMadlener Kohlhaas reloaded?

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        Jürgen Hubert
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        #27

        @AwetTesfaiesus @PMadlener

        1/ Geschichten wo die einfache Bevölkerung selber sich gegen die "Obrigkeit" erhebt, sind in der deutschen Sagenwelt tatsächlich relativ selten. Was verständlich ist - "aufrührerische Geschichten" zu erzählen, könnte schlimme Konsequenzen zur Folge haben.

        Stattdessen wurde Gerechtigkeit an jenseitige Mächte "outgesourct" - entweder erteilte den Übeltäter eine göttliche Strafe, oder der Teufel bekam die Erlaubnis, den Schurzen für seine Sünden zu malträtieren. Viele der Geschichten vom letzteren Stil lesen sich wie Rachefantasien. So zum Beispiel die Geschichte "Die feuersprühenden Kirschen":

        Ein boshafter Adeliger, der Misfallen an einem seiner Leibeigenen gefunden hat, ordnet an daß dessen schöne Tochter ab dem nächsten Tag auf seinen Schloss als Dienstmagd arbeiten soll, was die Geschichte als schreckliches Schicksal impliziert.

        Der Leibeigene fleht in an, davon abzulassen. Der Adelige spottet ihm, und sagt ihm schließlich, daß er stattdessen einen kompletten Kirschbaum mit allen Kirschen vor Mitternacht auf sein Schloss bringen soll, damit seine Gäste frische Kirschen essen können - ein unmögliches Unterfangen.

        Der Kirschbaum wird allerdings doch geliefert - jedoch nicht vom Leibeigenen, sondern vom Teufel selbst, der dann den Adeligen und die anwesenden Gäste zwingt, die Kirschen zu essen, welche sich dann in ihren Hälsern in unauslöschliche Flammen verwandeln...

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        2 ([ca. 1865]) ([circa 1865])

        Inhouse-Digitalisierung

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        (digital.blb-karlsruhe.de)

        Jürgen HubertJ 1 Reply Last reply
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        • Jürgen HubertJ Jürgen Hubert

          @AwetTesfaiesus @PMadlener

          1/ Geschichten wo die einfache Bevölkerung selber sich gegen die "Obrigkeit" erhebt, sind in der deutschen Sagenwelt tatsächlich relativ selten. Was verständlich ist - "aufrührerische Geschichten" zu erzählen, könnte schlimme Konsequenzen zur Folge haben.

          Stattdessen wurde Gerechtigkeit an jenseitige Mächte "outgesourct" - entweder erteilte den Übeltäter eine göttliche Strafe, oder der Teufel bekam die Erlaubnis, den Schurzen für seine Sünden zu malträtieren. Viele der Geschichten vom letzteren Stil lesen sich wie Rachefantasien. So zum Beispiel die Geschichte "Die feuersprühenden Kirschen":

          Ein boshafter Adeliger, der Misfallen an einem seiner Leibeigenen gefunden hat, ordnet an daß dessen schöne Tochter ab dem nächsten Tag auf seinen Schloss als Dienstmagd arbeiten soll, was die Geschichte als schreckliches Schicksal impliziert.

          Der Leibeigene fleht in an, davon abzulassen. Der Adelige spottet ihm, und sagt ihm schließlich, daß er stattdessen einen kompletten Kirschbaum mit allen Kirschen vor Mitternacht auf sein Schloss bringen soll, damit seine Gäste frische Kirschen essen können - ein unmögliches Unterfangen.

          Der Kirschbaum wird allerdings doch geliefert - jedoch nicht vom Leibeigenen, sondern vom Teufel selbst, der dann den Adeligen und die anwesenden Gäste zwingt, die Kirschen zu essen, welche sich dann in ihren Hälsern in unauslöschliche Flammen verwandeln...

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          2 ([ca. 1865]) ([circa 1865])

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          Jürgen Hubert
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          #28

          @AwetTesfaiesus @PMadlener

          2/ Es gibt zwar auch einiges an Geschichten, in denen "gute Herrscher" verklärt werden - vor allem in Sagen über "Bergentrückung" wo Herrscher wie Karl der Große, Barbarossa, oder sogar Arminius in Bergen oder Hügeln schlafen, bis sie wieder gebraucht werden. Und solche Geschichten waren natürlich unter den Nationalromantikern des 19. Jahrhunderts sehr beliebt, da das mit dem Wunsch nach einem neuen deutschen Kaiserreich verbunden.

          Aber es gibt sehr, sehr viele Geschichten über grausame und tyrannische Adelige. Der real existierende Ritter in der Burg nebenan hat halt einen mindestens genauso großen Eindruck hinterlassen wie der Kaiser unter dem Berg...

          Awet Tesfaiesus, MdBA 1 Reply Last reply
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          • Awet Tesfaiesus, MdBA Awet Tesfaiesus, MdB

            @juergen_hubert @PMadlener Kohlhaas reloaded?

            Peter Madlener🚲P This user is from outside of this forum
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            Peter Madlener🚲
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            #29

            @AwetTesfaiesus

            Es geht nicht um Pferde oder andere tragische Geschichten.

            Forschung zur deutschen Aristokratie / Oligarchie, in der wir faktisch leben:

            https://www.armuts-und-reichtumsbericht.de/SharedDocs/Downloads/Service/Studien/endbericht-systematisch-verzerrte-entscheidungen.pdf?__blob=publicationFile&v=2

            @juergen_hubert

            Jürgen HubertJ 1 Reply Last reply
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            • Peter Madlener🚲P Peter Madlener🚲

              @AwetTesfaiesus

              Es geht nicht um Pferde oder andere tragische Geschichten.

              Forschung zur deutschen Aristokratie / Oligarchie, in der wir faktisch leben:

              https://www.armuts-und-reichtumsbericht.de/SharedDocs/Downloads/Service/Studien/endbericht-systematisch-verzerrte-entscheidungen.pdf?__blob=publicationFile&v=2

              @juergen_hubert

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              Jürgen Hubert
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              #30

              @PMadlener @AwetTesfaiesus

              Also, ich denke historische Vergleiche schaden nicht. Autokraten und Despoten gab es schon sehr lange, und es lohnt sich damit auseinanderzusetzen, wie diese früher von der Bevölkerung wahrgenommen werden.

              Es gibt ja auch heute oft diese romantische Verklärung der Vergangenheit - angefangen von Fantasy-Medien mit "gerechten Königen" bis zu faschistischen Bewegungen wie dem "Dark Enlightenment".

              Und wenn man wirklich mal der "einfachen Bevölkerung" von damals und ihren Geschichten zuhört, dann merkt man sehr schnell, was das für ein Bullshit ist.

              1 Reply Last reply
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              • Jürgen HubertJ Jürgen Hubert

                @AwetTesfaiesus @PMadlener

                2/ Es gibt zwar auch einiges an Geschichten, in denen "gute Herrscher" verklärt werden - vor allem in Sagen über "Bergentrückung" wo Herrscher wie Karl der Große, Barbarossa, oder sogar Arminius in Bergen oder Hügeln schlafen, bis sie wieder gebraucht werden. Und solche Geschichten waren natürlich unter den Nationalromantikern des 19. Jahrhunderts sehr beliebt, da das mit dem Wunsch nach einem neuen deutschen Kaiserreich verbunden.

                Aber es gibt sehr, sehr viele Geschichten über grausame und tyrannische Adelige. Der real existierende Ritter in der Burg nebenan hat halt einen mindestens genauso großen Eindruck hinterlassen wie der Kaiser unter dem Berg...

                Awet Tesfaiesus, MdBA This user is from outside of this forum
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                Awet Tesfaiesus, MdB
                wrote last edited by
                #31

                @juergen_hubert @PMadlener

                Dazu fällt mir ein: "Wir wollen unter uns keinen Sklaven sehn und über sich keine Herren"

                Jürgen HubertJ 1 Reply Last reply
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                • Awet Tesfaiesus, MdBA Awet Tesfaiesus, MdB

                  Während Corona haben Europäische Regierung zwischen 5000 € und 15000 € pro Bürger:in ausgegeben. Wenn ihr jetzt also nicht mindestens um diesen Betrag reicher seid, als vor Corona, dann fragt Euch mal, wo das Geld gelandet ist (hint: es ist nicht "weg")

                  MarcusSchwemerM This user is from outside of this forum
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                  MarcusSchwemer
                  wrote last edited by
                  #32

                  @AwetTesfaiesus In mir 🙂
                  Ich war froh um die Möglichkeit mich "gratis" impfen und testen lassen zu können.

                  Was ich gerne aus der Pandemie lernen würde:
                  - Wie schaffen wir es, dass Menschen nicht mehr alleine sterben müssen? Seelsorge, Begleitung
                  - Wie schaffen wir es mehr "Raum" für "Benachteiligte Gruppen" zu schaffen? z.B. Kinder, die 1:1 Betreuung brauchen, oder anderes außerhalb der Familie
                  - Wie kann man Seilschaften in der Beschaffung in solchen Krisenzeiten verhindern?

                  MarcusSchwemerM 1 Reply Last reply
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                  • MarcusSchwemerM MarcusSchwemer

                    @AwetTesfaiesus In mir 🙂
                    Ich war froh um die Möglichkeit mich "gratis" impfen und testen lassen zu können.

                    Was ich gerne aus der Pandemie lernen würde:
                    - Wie schaffen wir es, dass Menschen nicht mehr alleine sterben müssen? Seelsorge, Begleitung
                    - Wie schaffen wir es mehr "Raum" für "Benachteiligte Gruppen" zu schaffen? z.B. Kinder, die 1:1 Betreuung brauchen, oder anderes außerhalb der Familie
                    - Wie kann man Seilschaften in der Beschaffung in solchen Krisenzeiten verhindern?

                    MarcusSchwemerM This user is from outside of this forum
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                    MarcusSchwemer
                    wrote last edited by
                    #33

                    @AwetTesfaiesus

                    Und ja: diese ganzen Seilschaften, die sich selbst bereichert haben, müssen zur Rechenschaft gezogen werden.

                    1 Reply Last reply
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                    • Awet Tesfaiesus, MdBA Awet Tesfaiesus, MdB

                      @juergen_hubert @PMadlener

                      Dazu fällt mir ein: "Wir wollen unter uns keinen Sklaven sehn und über sich keine Herren"

                      Jürgen HubertJ This user is from outside of this forum
                      Jürgen HubertJ This user is from outside of this forum
                      Jürgen Hubert
                      wrote last edited by
                      #34

                      @AwetTesfaiesus @PMadlener

                      In der Tat. Und die Leute damals konnten zwar nicht ihre Herrscher stürzen, aber sie erzählten zumindest diese Geschichten, um den Traum von Gerechtigkeit weiter leben zu lassen.

                      Und ich respektiere sie dafür.

                      1 Reply Last reply
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